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Universität Konstanz: Informatik & Informationswissenschaft

Informationswissenschaft

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Creative-Commons-Lizenzen für Open-Access-Dokumente

Gegen die weltweit erkennbare Kommerzialisierung von Wissen und Information – in Deutschland abgesichert durch die  Anpassung des deutschen Urheberrechts an EU-Vorgaben – formiert und artikuliert sich zunehmend Widerstand, insbesondere im Bildungs- und Wissenschaftsbereich. Open-Access-Publikationen sind ein Weg, den in der Göttinger Erklärung [http://www.urheberrechtsbuendnis.de/] vom 5. Juli 2004 geforderten freien Zugang zu Wissen und Information, insbesondere für Bildung und Wissenschaft, zu ermöglichen.

Um Autoren und Nutzern von Open-Access-Publikationen Rechtssicherheit zu geben, ist eine Lizenzierung der Werke jeder medialen Art sinnvoll, die deren Nutzungsumfang eindeutig regelt.

Solch eine Lizenz muss verschiedene Kriterien erfüllen. Sie muss, um rechtsverbindlich zu sein,  an das nationale (hier deutsche) Urheberrecht angepasst sein. Um den unterschiedlichen Wünschen der Autoren bezüglich der an die öffentlichkeit abzugebenden bzw. der beim Autor verbleibenden Autorenrechte zu entsprechen, sollte es verschiedene Varianten der Lizenz geben.

  • Zum einen muss einem juristischen Laien – und das dürfte der Großteil der angesprochenen Autoren und Nutzer sein – der Sachverhalt, also Rechte und Pflichten, die sich aus der Nutzung eines lizenzierten Werks ergeben,  klar vermittelt werden.
  • Zum anderen muss der Lizenztext juristisch einwandfrei formuliert sein, so dass im Falle von Rechtsstreitigkeiten – die ja durch die Lizenzierung vermieden werden sollen, aber nicht auszuschließen sind – kein Auslegungsspielraum besteht.
  • Zum dritten sollte der Lizenzinhalt (kodiert, also nicht notwendigerweise der Text selber) auch in maschinell lesbarer Form vorliegen, um mit dem Werk verlinkt werden zu können. Damit können lizenzrelevante Parameter maschinell indexiert werden. Dadurch wird ein gezieltes Suchen nach OA-Publikationen mit den gewünschten Freiheiten möglich.
  • Nicht zuletzt sollten auch die Werke durch Metadaten ebenfalls in maschinenlesbarer Form und standardkonform erfasst und dem Werk beigefügt werden.

Aus dem breiten Angebot der in Frage kommenden Lizenzen (derzeit existieren mehr  als 30 allein auf Open Content zugeschnittene Lizenzen) wurde am LS Kuhlen die Creative-Commons-Lizenzfamilie näher untersucht und für die eingangs erwähnte Aufgabenstellung hinsichtlich Autonomie im Umgang mit den Autorenrechten sowie Rechtssicherheit für Autoren und Nutzer als geeignet befunden. Anleitungen für deren praktischen Einsatz und allgemeines Informationsmaterial zu den Creative-Commons-Lizenzen finden sich unter:  http://www.inf-wiss.uni-konstanz.de/People/JB/#download . Bei den Arbeiten zeigte sich, dass im Umgang mit Open-Access-Dokumenten die im wissenschaftlichen Umfeld besonders relevanten Fragen nicht oder nur unzulänglich mit der notwendigen Sicherheit beantwortet werden:

  • Wer ist der Autor / Urheber eines Werks (Authentizität)?
  • Ist das vorliegende Werk unversehrt (Integrität)?
  • Wann wurde das Werk öffentlich gemacht, bzw. welche Version des Werks liegt vor?

Antworten auf diese Fragen könnten durch eine digitale Signatur der Werke gegeben werden. Durch die Signatur wird ein eindeutiger Bezug des signierten Werks zum Signierenden (in der Regel dem Autor, ersatzweise einer Registrierungsautorität) hergestellt. Die Signatur enthält einen vom Werk abgeleiteten verschlüsselten Hashcode, der jede Veränderung am Werk nach dessen Signierung zuverlässig anzeigt. Bei der Signierung wird zudem ein Zeitstempel generiert und in die Signatur eingebunden. Signaturen nach dem X.509-Standard sind – liegt ein entsprechend fortgeschrittenes oder qualifiziertes Zertifikat zu Grunde und entspricht die verwendete Signiereinrichtung den Vorgaben – signaturgesetzkonform und damit rechtsverbindlich.

Um Rechtssicherheit zu erlangen und somit Autoren wie Nutzern einen sorgenfreien Umgang mit den Werken zu ermöglichen, zeigt es sich, dass Open-Access-Publikationen einer den genannten Ansprüchen genügenden Lizenzierung bedürfen und die so ausgezeichneten Werke digital zu signieren sind.

Am LS Kuhlen wurde ein entsprechender Vorschlag [http://www.inf-wiss.uni-konstanz.de/People/JB/berlin_proposal.pdf] ausgearbeitet und an die Creative-Commons-Organisation weiter geleitet mit dem Ziel, Autoren in einem einfach zu handhabenden Verfahren („one-stop-shopping“) im Zuge der Lizenzgenerierung die Signatur bzw. eine signierte Registrierung der Werke anzubieten.

Zu den weiteren Aktivitäten im Zusammenhang mit Creative Commons zählt die aktive Beteiligung am Community-Building-Prozess. So wurde die Bildung einer deutschsprachigen Usergroup angeregt, in der sich Teilnehmer aus Deutschland, österreich und der Schweiz (daher der Name D-A-CH) zusammenfinden sollen. Zu dieser bisher noch formlosen Vereinigung existiert ein offenes Wiki unter http://netzpolitik.org/wiki/index.php/Hauptseite.

 

Publikationen aus dem LS Kuhlen zu Creative Commons

Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Creative Commons-Lizenzen für Open Access-Dokumente
Erscheint in: "Knowledge eXtended: Die Kooperation von Wissenschaftlern, Bibliothekaren und
IT-Spezialisten". Tagungsband der Konferenz , Jülich 2. – 4. November 2005 [pdf]

Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Potenziale von Creative Commons-Lizenzen für Open Innovation
Erscheint in: "In die Zukunft publizieren". Tagungsband der 11. IuK Jahrestagung, Bonn 2005 [pdf]

Jochen Brüning: Erstes europäisches Treffen der Creative Commons-Benutzergruppe im März 2005
In: IWP Information - Wissenschaft & Praxis 56 (2005) 4, S. 265 – 266 Reisebericht

Rainer Kuhlen: Creative Commons. Im Interesse der Kreativen und von Innovation
In: K. Lehmann; M. Schetsche (Hrsg.): Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens. Bielefeld: transcript-Verlag 2005, S. 157 ff. [pdf]

Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Creative Commons. Ein Stück Autonomie in der Wissenschaft zurückgewinnen
In: Bekavac, Bernard; Herget, Josef; Rittberger, Marc (Hrsg.): Information zwischen Kultur und Marktwirtschaft.
Proceedings des 9. Internationalen Symposiums für Informationswissenschaft (ISI 2004), Chur, 6 - 8.Oktober 2004. Konstanz: UVK-Verlagsgesellschaft mbH, 2004. S. 459 – 462 [pdf]

Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Creative Commons (CC) – für informationelle Selbstbestimmung, gegen den Trend des Urheberrechts/Copyright als Handelsrecht; oder: Chancen für einen innovativen Drei-Stufen-Test?
In: IWP Information - Wissenschaft & Praxis 55 (2004) 8. S. 449 – 454 [pdf]

Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Ein Stück Autonomie zurückgewinnen
In: uni'kon (2004) 16. S. 30 – 31 (ISSN 1617-3627) [pdf]
Dieser Artikel ist eine kurzgefasste Vorabversion der beiden voranstehenden Arbeiten.


Konferenzbeiträge zu Creative Commons

Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Paneldiskussion, 9. Internationales Symposiums für Informationswissenschaft (ISI 2004), Chur, 6.-8.Oktober 2004
Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Potenziale von Creative Commons-Lizenzen für Open Innovation, 11. IuK-Jahrestagung 2005, Bonn, 9.-11. Mai 2005 "In die Zukunft publizieren"
Rainer Kuhlen; Jochen Brüning: Creative Commons-Lizenzen für Open Access-Dokumente, Juelich, 2. – 4. November 2005, Knowledge eXtended – die Kooperation von Wissenschaftlern, Bibliothekaren und IT-Spezialisten
Rainer Kuhlen: Workshop Open Access und rechtliche Rahmenbedingungen für Betreiber von Institutional Repositories Berlin, 6. Juni 2007, Text [pdf], Folien [pdf]


Am LS Kuhlen erstelltes Informationsmaterial zu Creative Commons

Poster "... mit drei Klicks am Ziel" [pdf], "CC und die Freiheiten im Internet" [pdf]
Flyer Vorderseite [pdf] und Rückseite [pdf]


Weitere Informationen zu Creative Commons


Internationale Quellen

Deutsche Quellen

Homepage:

http://creativecommons.org/

Homepage: http://de.creativecommons.org/index.html http://creativecommons.org/worldwide/de/

Lizenzgenerierung: http://creativecommons.org/license/

Die Erkennung der landesspezifischen Lizenzvariante erfolgt automatisch

FAQ: http://creativecommons.org/faq

FAQ: http://de.creativecommons.org/faq.html

Lizenzbezogene und allgemeine Diskussionslisten:

http://creativecommons.org/discuss

Archive der dt. Liste: http://lists.ibiblio.org/pipermail/cc-de/

Weblog archive: http://creativecommons.org/weblog/archive

Wiki zur deutschsprachigen usergroup DACH http://netzpolitik.org/wiki/index.php/Hauptseite

europäischen mailing list: cc-europe@waag.org

Science Commons: http://creativecommons.org/projects/science/proposal (Projekt)

iCommons general list: http://lists.ibiblio.org/pipermail/cc-icommons/


Umfangreiche Materialsammlung zu Open Access von Eberhard R. Hilf: www.zugang-zum-wissen.de

Website von Peter Suber "Open Access Overview" : www.earlham.edu/~peters/fos/overview.htm

Materialsammlung und Forum zum Urheberrecht: Urheberrecht im WWW, das Urheberrechtsportal

 


Creative Commons Lizenzvertrag
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Unless otherwise noted this work is licensed under a Creative Commons License · Impressum · Letzte Änderung 27.05.2009
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